How to work remotely #2: In öffentlichen Verkehrsmitteln

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How to work remotely.

#2: In öffentlichen Verkehrsmitteln

von Daniela Hohmann

In diesem zweiten Teil zum Thema How to work remotely widmen wir uns dem Arbeiten unterwegs, also nicht im Homeoffice. So kann während der Fahrt zu einem Kundentermin oder auf dem Weg in einen anderen Firmenstandort, die Zeit für Arbeit genutzt werden.

Welche öffentlichen Verkehrsmittel kommen hierzu in Frage? Grundsätzlich kann in jeglicher Art von Fortbewegungsmittel gearbeitet werden – je nachdem, welche Tätigkeit anfällt, bieten sich einige mehr und andere weniger an. Dabei ist entscheidend, ob für die Arbeit mehr oder weniger Platz vonnöten ist (beispielsweise für die Nutzung einer Maus, Ablage für Papierdokumente, Bücher oder ähnlichem). Folgende mögliche Verkehrsmittel nehmen wir genauer unter die Lupe:

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Zug. Der Schienenverkehr ist sicherlich am zweckmäßigsten. In den meisten Zügen – auch im öffentlichen Nahverkehr – wird den Fahrgästen ein Zugang zu WLAN-Hotspots ermöglicht, sogar kostenlos. Da dies jedoch nicht immer stabil ist, ist es ratsam, einen persönlichen Hotspot (zum Beispiel das Firmenhandy) als Plan B zur Hand zu haben. So ist das Arbeiten mit dem zur Verfügung gestellten WLAN und einem Ausweich-Hotspot meistens gut umsetzbar. Die Qualität des Handynetz hingegen kann immer wieder abnehmen, zum Beispiel bei längeren Tunneldurchquerungen. Anrufe können dadurch unterbrochen, oder gar nicht erst durchgestellt werden. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Nun zu den Tätigkeiten. Wenn die eigene Arbeit hauptsächlich aus Schreibarbeit an der Laptoptastatur besteht, so hat man einen geringen Platzbedarf. Das Gleiche gilt für das Bearbeiten von Foliensätzen und Dokumenten, sowie für das Lesen längerer Texte. Der kleine Klapptisch am Sitz des Vordermanns reicht völlig dazu aus, um den Laptop dort zu platzieren. Zudem ist meistens eine Steckdose zwischen den beiden Sitzen vorhanden, hier sollte man sich in der Nutzung freundlicherweise mit einem ggf. vorhandenen Sitznachbarn abstimmen. Oder man nimmt sich eine Doppelsteckdose bzw. eine Powerbank mit ins Reisegepäck. Ist man aber durch seinen Aufgabenbereich und der Arbeitsweise fest auf die Nutzung einer Maus am Laptop angewiesen, dann ist der eigene Klapptisch nicht mehr ausreichen, da dieser bereits mit dem Laptop belegt ist. Wenn (noch) kein Sitznachbar anwesend ist, so kann einfach der Klapptisch nebenan für die Maus verwendet werden. Dies funktioniert jedoch nur so lange, bis ein weiterer Fahrgast seinen Platz in Anspruch nimmt. Alternativ ist es ratsam, seine Sitzplatzreservierung bereits im Vorhinein gezielt auf eine 4er Gruppe mit größerem Tisch, oder aber ein geschlossenes Abteil auszulegen.

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So vergrößert man die Wahrscheinlichkeit, ungestört arbeiten zu können. Während der Fahrt wird man in der Regel nicht unterbrochen, es sei denn die Schaffnerin/ der Schaffner kommt, um die Fahrkarten zu kontrollieren. Um zu vermeiden, von ihnen angesprochen zu werden, kann ich für das Reisen mit der Deutschen Bahn die Nutzung der DB Navigator App empfehlen. Hier kann man sich in der App direkt auf seinem Sitzplatz einchecken, sobald man diesen eingenommen hat. Das kann die Schaffnerin/ der Schaffner im System erkennen und man wird durch die Fahrkartenkontrolle nicht unterbrochen. Ein netter Pluspunkt ist, dass man ab und an von Bahnmitarbeitern mit kleinen Snacks und Getränken direkt am Platz bedient wird.

Fernbus. Auch in Fernbussen kann die Zeit mit Arbeit gefüllt werden. Es gibt, wie auch im Zug, kleine Klapptische, welche für den Laptop oder die Ablage von Dokumenten verwendet werden können. Zudem wird auch in Fernbussen WLAN zur Verfügung gestellt, welches jedoch keine wirklich stabile und schnelle Verbindung darstellt. Das Lesen von E-Mails wird stark eingeschränkt, ein fließender Arbeitsablauf ist so nicht möglich. Besser funktioniert hierfür die Lösung über den eigenen Handyhotspot – zumindest solange man ein gutes Handynetz hat. Wenn der Akku des Smartphones oder Laptops zu Neige geht und man sich auf die Suche nach einer Steckdose begibt, so bleibt diese Suche leider meist erfolglos.

Bei einigen Anbietern sollen wohl Steckdosen zu finden sein, darauf sollte man sich aber lieber nicht verlassen. Zumindest habe ich selbst keine gesehen. In den Bussen der neuesten Generation werden jedoch zumindest USB-Anschlüsse zur Verfügung gestellt. Auch hier gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge – mit einer eigenen Powerbank ist man erstmal auf der sicheren Seite. Diese Punkte sollten vor dem Fahrtantritt bedacht werden.

Flugzeug. In der Luft gestaltet sich das konzentrierte Arbeiten mit dem Laptop am schwierigsten, außer man fliegt Businessclass. Wir gehen nun davon aus, dass man in der Economyclass unterwegs ist. Aufgrund der engen Platzverhältnisse hat man hier als Reisender den kleinsten Arbeitsbereich zur Verfügung. Man sitzt im Flugzeug sehr „zusammengepfercht“, dies macht das Arbeiten mit einer Maus nahezu unmöglich.

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Es gibt zwar USB-Anschlüsse, mit denen man ein Smartphone laden kann, jedoch gibt es nicht immer Steckdosen zum Laden des Laptops. Dies variiert je nach Fluggesellschaft. Wenn Steckdosen vorhanden sind, dann haben diese entweder 110 oder 220 Volt und können nur mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 300 Watt dienen (begrenzt durch den Wechselrichter). Ein starker Nachteil ist, dass man bei Start und Landung alle Geräte in den Flugmodus schalten muss und so natürlich keinen Internetzugang hat. Damit ist das Empfangen und Versenden von E-Mails sowie das Führen von wichtigen Telefonaten und Telkos so gut wie ausgeschlossen. Die einzige Lösung wäre ein sehr kostenintensives Angebot mancher Fluggesellschaften zu nutzen, wodurch man Zugang zu WLAN und einem fest eingebauten Satellitentelefon bekommt.

Fazit. Aus meiner eigenen Erfahrung sind Arbeiten wie Schreibarbeit, das Bearbeiten von Foliensätzen und Dokumenten, sowie das Lesen längerer Texte in allen genannten öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos machbar. Ausnahme bildet hierbei das Flugzeug, hierfür sollten alle nötigen Unterlagen vor Reiseantritt offline bereitgestellt sein.

Präzise Arbeit mit der Maus, zum Beispiel das Anfertigen einer technischen Zeichnung, gestaltet sich schwierig, da sich das Verkehrsmittel während der Fahrt naturgemäß bewegt. Hierdurch passiert es, dass man das ein oder andere Mal daneben klickt. Man benötigt folglich für einen Arbeitsschritt mehr Zeit als normalerweise an einem statischen Arbeitsplatz. Ich persönlich ziehe den Zug den anderen Verkehrsmitteln vor, da ich die Erfahrung gemacht habe, im Zug am besten arbeiten zu können. Außerdem hat der Zug die beste Ökobilanz.

Zusammenfassung | Checkliste #2: Arbeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zug

  • Bei Reisen mit der Deutschen Bahn: Nutzung der DB Navigator App
  • Sich um eine geeignete Sitzplatzreservierung kümmern (mit Tisch)
  • größere Dateien offline zur Verfügung stellen
  • Dafür sorgen, dass ein eigener Handy Hotspot zur Verfügung steht
  • Powerbank dabei haben

Fernbus

  • größere Dateien offline zur Verfügung stellen
  • Dafür sorgen, dass ein eigener Handyhotspot zur Verfügung steht
  • Powerbank dabei haben

Flugzeug

  • Benötigte Dateien offline zur Verfügung stellen
  • Powerbank dabei haben
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